Die Wahl der Worte…

Gestern kam eine befreundete Transfrau im Tv. Natürlich habe ich mir nachträglich den Bericht angesehen. Und Grundsätzlich bin ich stolz auf Christin, dass sie alles so gut geschafft hat. Ich finde es toll, dass Transgender kein Tabuthema mehr sind und durch Berichte in den Fokus gelangen. Irgendwann sind sie dann kein „totgeschwiegendes“ Thema mehr und werden zur Normalität. SUPER.. Ehrlich

Aber ich bin so derbe über eine Aussage der Reporterin gestolpert, dass mich das Ganze ja schon wieder ärgert…
Zitat: „Dank zusätzlicher Hormontherapie kann sie heute endlich als die Frau leben, die sie immer sein wollte.“
Warum ärgert mich nun dieser eine Satz?
Nun ja, ich habe mit vielen Transgendern gesprochen. Die wachen nicht eines Tages auf und WOLLEN plötzlich ein Mann sein oder eine Frau. Die WOLLEN nicht wie durch ein Beschluss auf einmal dem anderen Geschlecht angehören.
Man wird geboren und man IST

Mein Mann wurde mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen geboren und war und ist aber schon immer ein Mann gewesen. In seiner ganzen Art, in seinem Gefühlsleben, in seiner Denkweise. Der hat das nicht einfach so beschlossen.
Es WAR und IST so. Das der Körper dazu nicht passt ist eine andere Nummer.

Christin ist nicht vor zwei Jahren morgens aufgewacht und hat beschlossen: „Ich finde das nun doof ein Mann zu sein, ich werde ne Frau“
Nein, sie fühlte, dachte und war schon immer ein Mädchen bzw eine Frau.
Das ihr dabei, wie sie es nennt, ein Ding zwischen den Beinen im Weg war, steht auch auf einem anderen Blatt.

Mit diesem einen Wort: „wollen“ also beschließen, wird der unter Umständen Jahrzehntelange Weg der Transgender mit einem Klacks weg gewischt. Klar, spricht die Reporterin über einen Leidensweg, in einem Satz ohne näher darauf einzugehen.
Der Weg wird wertlos gemacht, weil sie ja „beschließen“ das Geschlecht zu wechseln.
Dem ist aber nicht so, man passt es nur an.
Ist im Grunde ganz einfach erklärt. Stell dir vor du wärst mit einem dritten Arm, sagen wir mal am Bauch, geboren. Bist du deshalb kein Mensch? Und trotzdem passt du deinen Körper höchstwahrscheinlich dem Empfinden an. Der dritte Arm kommt ab. Denn er war, solang du dich erinnern konntest, schon immer im Weg.
Das ist kein Beschluss, das ist ein Empfinden, ein WAR, ein SEIN.

 

Die Hernienop

Nun ist es schon einige Zeit her, dass mein Mann an der Hernie operiert wurde.
Nun kann ich euch in Ruhe und mit. etwas Abstand darüber berichten.

Am 22.2. kam er also morgens um 8.30 Uhr im Josefspital in Wien an. Nüchtern versteht sich, da an diesem Tag die Op angesetzt war.

Nein, ich habe ihn nicht in die Klinik gebracht. Jedesmal wenn er ins Spital geht, und ich ihn hinbringe, hat es einen sehr bitteren Beigeschmack für uns, weil wir normaler Weise nie länger getrennt sind. Dann bekommen wir Tränen in die Augen beim Abschied. Diesmal wollte ich das nicht. Ich sagte ihm also, als er los ging: Wir sehen uns morgen.

Einige Zeit später bekam ich meine SMS mit der Etage, der Station und der Zimmernummer. Wir halten das immer so. Er ist ja nicht das erste Mal in einer Klinik gewesen. Noch einige Zeit später bekam ich eine SMS: Die OP wurde vorverlegt. Das fand ich im Grunde gut, da er das dann schneller hinter sich hatte. Um 14.30 Uhr rief ich dann auf der Station an und fragte, ob es denn schon etwas neues gäbe. Er läge im Aufwachraum war die Antwort.

Nun ja, dachte ich, da wird er noch ein Stündchen oder zwei sein, machst dich auf den Weg. Gedacht – getan. Angezogen, schliesslich war es in Wien sau kalt ( Minus!!! 18 Grad) und ab zum Bus. Ne Stunde sollte die Fahrt ins Spital dauern. Ich dachte noch bei mir, bis ich das alles gefunden hab, ist der Kerl sicher wach. Als ich dann im Spital ankam und die Station gefunden hatte war meine erste Frage natürlich: „Ist er schon da?“ Eigentlich witzig, denn ich hatte vergessen den Namen meines Verlobten zu erwähnen. Aber die Stationsschwester war so lieb mich nach diesem zu Fragen und meinte, er wäre noch im Aufwachraum. Obwohl keine Besuchszeit war durfte ich im Warteraum warten. Alle halbe Stunde fragte ich die Schwestern ob es denn etwas neues gäbe und immer die selbe Antwort: „Er ist noch im Aufwachraum“ Alle Stunde ging ich eine Rauchen und wenn ich hoch kam, fragte ich natürlich zu aller erst nach meinem Sascha. Es schien, als wollte mein Kerl sich schon im Aufwachraum ausschlafen. Und ich wartete.

Nun muss ich euch aber erzählen, dass diese Schwestern auf der Station 32 super waren. Sie waren geduldig mit meiner Ungeduld, haben ab und zu nach mir gesehen und waren immer freundlich, egal wie oft ich nachfragte. Ich hatte nie den Eindruck zu stören oder ihnen auf den Nerv zu gehen. Eine Schwester war dann letztendlich so lieb, mir zu erklären, welches Telefon klingeln würde, damit man Bescheid bekommt, dass mein Mann auf Station kommt. Und genau das klingelte auch etwa 20 Minuten später.

Und dann sah ich ein Bett und einen Oberkopf. Und nichts hielt mich mehr im Wartebereich. DAS war MEINER. Mir fiel eine Last von den Schultern. Auch wenn man im Gefühl hat, dass alles gut ist, macht man sich ja doch Sorgen und Gedanken. Ich bin ans Bett und das erste was ich sagte: „Diese Frisur kenn ich doch!“ Im Halbschlaf schaute mich mein geliebter Mann an und meinte nur erstaunt und erfreut: „Du bist da!“ bevor er dann wieder ein wenig wegdämmerte.

Ich begleitete ihn noch ins Zimmer. Eine halbe Stunde später fuhr ich dann Heim. Er schlief immer wieder ein und ich hatte gesehen, was ich sehen wollte, nämlich dass es ihm wirklich den Umständen entsprechend gut ging. Er hatte sechs Stunden gebraucht zum Wachwerden und ich brauchte dringend einen Kaffee und es war schon lange nach meiner Medikamentenzeit als ich zu Hause ankam.

Da ich es nicht gewohnt bin, ohne Hintergrundgeräusche im Bett zu liegen, hatte ich so meine Probleme mit dem Schlaf. Außerdem spürte ich, wie Sascha die Schmerzen plagten. So fuhr ich direkt am nächsten Morgen wieder ins Spital. (Wen interessieren schon Besuchszeiten???) Ich musste einfach sehen wie es ihm ging. Es hat sich niemand daran gestört, dass ich um halb elf schon im Spital war, statt um 14 Uhr zur offiziellen Besuchzeit. Sascha war total erledigt und hatte starke Schmerzen. Und auch hier wieder ein Lob an die Station 32. Er klingelte und es dauerte keine Minute bis eine Schwester kam. Er sagte er hat Schmerzen, und es dauerte weiter keine Minute bis er einen Tropf mit Schmerzmittel bekam. Wir kennen andere Spitäler, wo es gut und gern mal 10 Minuten braucht, bis überhaupt eine Schwester kommt beim Klingeln.

Er war noch sehr schwach und sehr müde. Statt einer Microchirugie, die begonnen wurde, wurde dann doch ein Bauchschnitt gemacht, weil der Darm bereits mit der Bauchwand verwachsen war. (Danke an all jene Chirurgen die die OP abgelehnt hatten. Daran seid IHR schuld) Der Darm musste vorsichtig gelöst werden, was beim offenen Schnitt einfacher zu machen ist. Dementsprechend hat Sascha drei kleine Schnitte und einen ca 20 cm langen Schnitt. Alles sauber getackert. Das sieht vielleicht aus mit den Tackern im Bauch.. Schmunzelt.

Das Schmerzmittel machte ihn müde. Aber gut, ich hasse Krankenhäuser ohnehin und bin nach eineinhalb Stunden heim gefahren.
Ich fuhr jeden Tag in die Klinik. Eine Stunde hin, eine zurück, bei zwischen Minus 12 und Minus 20 Grad. Für eineinhalb Stunden. Manche haben mich in der Zeit für verrückt erklärt. Für mich ist es selbstverständlich meinen Verlobten jeden Tag zu besuchen, wenn er im Spital ist. Ja, es war saukalt, ja, ich hatte einen Rheumaschub, ja, ich hab mir den Wadenmuskel angerissen. Ja, UND??? Da, genau am anderen Ende von Wien liegt mein Mann. Wo sollte ich sonst sein?

Nach ein paar Tagen kamen die Verbände schon ab und er behielt nur noch die Drainage. Er durfte sogar am zweiten Tag danach schon duschen. Und nun, so neugierig wie ich nun einmal bin, hab ich mir das Ganze mal angesehen. Und ich bin begeistert. Der Chirurg hat klasse Arbeit geleistet. Ich kenne es normal bei Sascha, dass die Wunderänder sich röten, er leichte Entzündungen bekommt. Aber genau das ist hier nicht passiert. Übrigens bis heute nicht. Sehr saubere Arbeit lieber Herr Chirurg.

Am 27.2. wurde Sascha dann entlassen. Mit der Drainage. Es hatte kaum noch nachgeblutet und es ging ihm soweit wieder gut. Ok, sitzen war blöd, aber mittlerweile machbar. Laufen konnte er nicht weit, aber weit genug. Liegen war eigentlich das größte Problem, weil er da die Tacker am meisten spürt. Jetzt geht auch das etwas besser. Zwei Tage später wurde ambulant dann auch die Drainage entfernt.

Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis Sascha halbwegs normal belastbar sein wird. Er wird nie mehr, mehr wie fünf Kilo tragen dürfen. Aber das kenne ich, ich darf das wegen meiner Hernie damals auch nicht. Ansonsten muss er in Zukunft immer einen Mesh-Implantat-Pass bei sich tragen.

Morgen kommen die Tacker aus dem Bauch. Ich weiß jetzt schon, dass ihm das echt weh tun wird. Aber danach steht der Heilung, auf die wir über ein Jahr warten mussten, nichts mehr im Wege.

Und dann passiert ein kleines Wunder

Und dann passiert ein kleines Wunder

Oft ist das Leben routiniert. Und manchmal gewöhnt man sich an Schmerzen und Absagen. So ging es meinem Verlobten sehr lange. Vor zwei Jahren ist er gestürzt. Seit dem hat er einen leichten Bandscheibenvorfall und eine Ischialgie. Seine ersten GA-Ops wurden trotzdem gemacht.

Weil er allerdings während der Hysterektomie aufgrund einiger Besonderheiten die sein Körper hat kurzzeitig tot war, mussten die Ärzte schnell handeln. Damit wurde eine Naht nicht so sauber und perfekt gemacht, wie es besser gewesen wäre.

Nein, ich gebe für die Folgen davon auf keinen Fall den Ärzten die Schuld. Sie haben das Leben meines Mannes vor alles andere gestellt und dafür bin ich dankbar. Sie haben alles richtig gemacht

In Folge bekam mein Sascha eine Hernie. Das ist ein Narbenbruch. Da er jedoch wegen der Bandscheibe und dem Ischias keinen Sport machen konnte, hat er zugenommen, statt abgenommen.
Nun ist es so gewesen, dass keiner mehr meinen Verlobten in Schräglage mit dem zusätzlichen Gewicht mehr operien wollte. Die Folge davon, ein zusätzlicher Bauchdeckenriss und eine Rektusdiastase.

Alles in allem geht jedoch die Hernie, die Rektustiastase und der Bauchdenkenriss, dadurch dass nichts mehr an seinem Platz ist, zusätzlich auf den Rücken. Jede Frau die einmal schwanger war, wird bestätigen, dass alles was vorne mehr dran ist, auf den Rücken geht.

So begann ein Teufelskreis. Mehr Schmerzen, noch weniger laufen, mehr Gewicht, noch weniger Optionen für eine OP, die alles wieder an seinen Platz rückt. Und ein Ende war nicht in Sicht.

Mit dem Mut der Verzweiflung schrieb Sascha einen Privatchirurgen an. Der sichtete die Unterlagen und Befunde.
Und sagte zu… Er wird Sascha operieren und das auf Krankenkasse.
Am Donnerstag den 22.02.2018 wird die OP sein.

Wenn alles gut geht, dann kann Sascha sich nach einigen Wochen wieder besser bewegen und damit abnehmen um die letzte angleichende Operation, den Penoidaufbau, zu erhalten.

Warum sagt uns das keiner?

Ich habe nun einige Zeit hier nichts mehr geschrieben. Es war Advents- und Weihnachtszeit und unser neues Jahr fing alles andere als problemlos an.

Wobei wir bei meinem heutigem Thema wären:

 

Warum sagt uns das keiner????

 

Wie ihr sicher wisst, lebe ich seit nun mehr über fünf Jahren mit einem Frau zu Mann Transgender zusammen.
Ich habe mich gründlich informiert und doch stoße ich immer wieder auf Dinge, die so nicht erklärt oder benannt werden. Viele davon sind mittlerweile so selbstverständlich geworden, dass ich sie nur noch bemerke, wenn es denn soweit ist.
Ich merke zum Beispiel am Verhalten meines Verlobten, ob sein Hormonspiegel stimmt. Ist er zu niedrig laufen ihm ohne ersichtlichen Grund die Tränen und er wird sensibel. Dinge, die ihn sonst nicht stören tun das plötzlich. Themen die er sonst sachlich diskutieren kann belasten ihn.
Jeder sagt, dass die Hormone einiges verändern. Dass die Unterschiede mitunter gravierend sind, sagt uns keiner. Vor allem dann, wenn der Hormonspiegel einfach nicht stimmt.

 

Hat euch jemand aufgeklärt, dass durch das Wachstum der Haare bei einem FzM Abszesse entstehen können? MIR hat das vorher keiner gesagt. Und da sind wird bei unserer recht zweifelhaften Routine.
Sascha bekommt ständig irgendwelche Abszesse. Und regelmäßig müssen die aufgeschnitten werden und medizinisch weiter versorgt. Er verbringt im Schnitt alle drei Monate ein paar Tage damit, ins Spital zu fahren, einen Abszess öffnen zu lassen, mit Antiseptikum die offene Wunde ausgespült bekommen, Pflaster und Verband darauf, und wieder heim zu fahren. Damit am nächsten Tag, bis auf den Schnitt, das selbe wieder geschieht. Das widerum darf er einige Tage am Stück machen. Bis die größte Gefahr beseitigt ist. Der schlimmste Schmerz weg und die vorläufige Möglichkeit auf eine Sepsis gebannt ist.
Die kleineren Abszesse behandeln wir mittlerweile schon einige Jahre selber. Da ich weiß, dass sie unter Umständen bei Sascha innerhalb weniger Stunden septisch werden ist das oft auch zwingend nötig.
Die derzeitige Abszessfläche war so groß wie eine Hand. Die Stelle echt gemein. Genau im Nacken wo die ganzen Nerven zusammen laufen hat sich das Biest ausgebreitet. Und da die Teile erst eröffnet werden, wenn sie eine weiche Stelle haben, hatte mein Verlobter nun schon über einen Monat starke Schmerzen im Nackenbereich.

Mein Verlobter wurde schon einige Male notoperiert, weil ein Abszess septisch wurde. (Eine Sepsis ist eine Blutvergiftung, die unbehandelt tödlich ist)

KEINER sagt uns, dass sowas passieren kann und auch passiert.

Die „Lebensratschläge“

Ach wie herrlich, dass manche Menschen so genau wissen wie WIR leben sollten.
Von den üblichen Sprüchen, dass unsere Partner nur ne ordentliche Therapie brauchen um wieder „normal“ zu werden, gibt es auch jene Menschen, die genau wissen, wie man leben sollte.

 

„Zieht euch zurück“ ist so ein wundervoller Ratschlag.
Oder aber auch: „Geht aus der Öffentlichkeit“.
Was andere auch gerne sagen: „Such dir doch einfach eine Arbeit“
„Es muss ja nicht jeder wissen“ fällt auch gelegentlich.

 

Liebe Besserwisser und Klugscheisser:
Wir brauchen uns nicht zurück zu ziehen. Dafür haben schon unsere Familie, unsere angeblichen Freunde und die Bekannten gesorgt, die uns ausgrenzen und auf einmal ablehnen.
Wir gehen mit Absicht in die Öffentlichkeit, weil es immer noch engstirnige Menschen gibt, die ANGST vor dem haben, was sie nicht verstehen und nicht kennen.
So einfach findet sich keine Arbeit. Ersten bin ich Renterin, ich habe mein Auskommen und zweitens: Versuch mal als Mann in einer Männerumkleide zu gehen, wenn die ein kleines aber offensichtliches Detail fehlt. Oder als Frau in die Frauenumkleide, wenn dir etwas zu viel zwischen den Beinchen hängt. Unsere Partner sind eher eine Freakshow, wie ernstgenommene Arbeitssuchende. Und als solche werden sie behandelt. Die meisten Arbeitgeber scheuen sich, Transgender einzustellen. Weil sie erstens, das Umkleideproblem haben und zweitens, spätestens zur Geschlechtsangleichenden Operation eine gute Weile ausfallen werden und auch danach eine Weile nicht belastet werden können.
Und DOCH: Es muss JEDER wissen. Unwissenheit macht Angst. Wir und unsere Partner werden immer noch verfolgt, belästigt und gemobbt. Weil die Menschen engstirnig intolerant und unwissend sind.

 

Für jeden Partner eines Transgenders habe ich einen Rat:
Geht raus, zeigt euch stolz mit eurem Partner. Zeigt der Welt dass es euch gibt. In allen Facetten und wundervoller Schönheit.

Eure Kerstin

Wenn ihr mich schon in eine Schublade steckt, dann doch bitte in ein Schmuckkästchen…

 

Huch, wie komme ich auf diesen Satz?
Oft wird versucht mich in eine Schublade zu stecken… Kathegorisiertes denken, nenne ich das.
So werden Menschen nun einmal eingeteilt.
Fange ich mal an:
Frauen: interessiert an Mode, Schmuck, Handtaschen, Schuhen, Glitter, Glamour, Kochsendungen.
haben ein zwei Kinder, sind Hausfrau oder arbeiten und machen zusätzlich den Haushalt. Sie stricken sticken backen kochen nähen und dekorieren.
Frauen wird das Schöne zugeschrieben. Sie lieben Liebesfilme und Komödien und Musik.

Nun ja, und dann bin da ich:
Die neusten Modetrends interessieren mich nicht, ich hab pro Jahreszeit exakt zwei paar Schuhe, besitze lediglich eine einzige Handtasche und steht so gar nicht auf Glitter und Glamour. Nebenbei habe ich fünf Kinder geboren und bin bereits drei mal Oma. Und das mit gerade mal 43 Jahren.
Ich hasse Schnulzen (Liebesfilme, Heimatfilme) und mag Horror und Grusel. Dabei kann ich sogar in aller Ruhe essen 😀 Ich mag schnelle Autos und Rock, Pop, Metal und Goth. Fußball habe ich sogar selber gespielt. Ich mag Mathematik und Psychologie und Medizin.
Sucht euch ne Schublade raus, ich werde nicht reinpassen 😀
Ich bin auch nit lesbisch oder hetero. Ich stehe auf schöne Menschen, egal ob männlich oder weiblich.

Mein Standpunkt und meine Sicht auf die Welt hat keine Radius mit dem Durchmesser von Null.

Und dann begegnen mir Menschen. Furchtbare Gattung Säugetier sag ich dir … lach.. Engstirnig, unwissend, hassend und gegen alles, was im Mittelalter der Norm entsprach.
Und ich bin einmal mehr gezwungen zu erklären. Nein, nicht alles was du nicht kennst, ist schlecht. Nein, nicht alles was anders ist geht automatisch in Pädophilie und Zoophilie über. Nein, mein Mann ist kein perverser Impffehler ( das ist die neueste gehörte Theorie: Transgender gibt es nur weil Impfversuche fehl geschlagen haben)… Und nein, wir sind weder abartig noch pervers.
Im Gegenteil: Wir und unsere Partner sind normal. Mit allem was dazu gehört. Wir sind weder krank noch betroffen.
Betroffen machen mich solches Katalogisiertes Denken.

Also bitte:
Wenn schon in eine Schublade, dann bitte ins Schmuckkästchen…

Ich geh am Zahnfleisch

An manchen Tagen möchte ich mich einfach ins Bett verkriechen und die Decke über den Kopf ziehen. Meistens dann, wenn zu viel passierte auf einmal.
Erinnert ihr euch, als ihr klein wart? Die Decke überm Kopf, in der Hoffnung nichts und niemand sieht euch?

 

Ich bin es gewohnt zu kämpfen, stark zu sein. Ich tat mein ganzes Leben ( und ja ich meine auch mein ganzes Leben) im Grunde nichts anderes. Und auf einmal ist da diese Leere im Kopf. Ein Mensch der zig Gedanken auf einmal denken kann hat auf einmal nicht einen einzigen mehr. Die Leere im Kopf macht mich wahnsinnig. Ich denke immer und viel, und das sogar parallel und dann ist da gar nichts.

 

Ich fange an zu zittern, sagt Sascha. Ich selber merke das nur, wenn mir der Kaffee aus der Tasse überschwappt. Außerdem wurde ich mit einem Tremor geboren. Was heißt, ich zittere sowieso immer. Aber wenn Sascha meint ich zittere, ist also nicht das übliche gemeint, sondern es muss heftig sein. Mir wird kalt. Innerlich. Ich friere und nichts kann diese Kälte aufhalten. Sie dringt in jede Phase den Körpers ein und lässt mich seelisch erstarren. In so einem Zustand meckere ich meinen Mann grundlos an. Weiß der Geier was da in mich fährt.
Und dann der Gedanke: es wäre soooo einfach….
Ich bin Schmerzpatientin, ich habe immer einen bunten Cocktail zu Hause. Und dann gibt es nur noch zwei Fragen die ich Sascha stelle:
1. Hast du Zeit für mich? ( Wenn ich DAS frage, brennt die Bude und er weiß das auch. Seine Antwort ist immer JA)
2. Bett? (der sichere Hafen für mich)
Und dann ist er einfach da:
Sascha hält mich im Arm und lässt zu, dass die taffe starke Frau für einige Zeit, einfach nur eine Frau ist. Mit Tränen, Heulkrämpfen, Alpträumen und den Tributen, die meine schwere Depression fordert. Er geht einkaufen, wenn mich meine Panikattacken dazu zwingen zu Hause zu bleiben. Er fragt nicht groß warum. Meistens weiß ich es in dem Moment selber nicht. Er lässt mich einfach und schenkt mir alle Aufmerksamkeit. Er fordert nichts und gibt alles in dieser Zeit. Erst hinterher wird mir klar, was eigentlich passierte. Das Los, dass diese Erkrankung mit sich bringt. Er lässt mich tun, was immer ich noch tun kann (meistens wird das aber nix, weil ich zu nichts sinnvollem mehr in der Lage bin) und den Rest übernimmt er.
Da liege ich dann, die Tränen laufen und ich erzähle ihm von diesem einen Gedanken. Er spielt das nicht runter, er macht mich deshalb nicht fertig. Nicht er, er nimmt diesen Gedanken ernst und bestätigt: Ja, es wäre einfach…
Und er fragt nicht weiter, höchstens ob ich diesmal den Grund kenne. Und mit einem Nein gibt er sich zufrieden. Er weiß, irgendwann werde ich den Grund finden. Und dann, werde ich ihm sagen, was passierte. Wie es passierte.
Er hält mich einfach nur, je noch dem was ich brauche, mal leicht, mal richtig fest. Er rückt damit meistens meine kleine Welt wieder zurecht. Die, die für diese Zeit aus den Fugen geraten ist. Die, die droht zu zerspringen.
Starke, liebevolle Arme halten mich, liebende Augen betrachten mich und versuchen zu ergründen, was mir selbst gerade nicht klar ist.

 

Ihr alle kennt die stets gut gelaunte, fröhliche, optimistische Person, die ich im Grunde auch bin. Ich spiele keinem etwas vor. Weder online noch real. Aber das ist eben nicht alles von mir. Ich selbst haben zu viel erlebt, um immer unbelastet zu sein. Ich verdränge auch nichts. Ich habe dafür Therapien gemacht um halbwegs normal leben zu können.

 

Vor einigen Tagen hatte ich ein massives Tief ( ich bin seelisch nicht gesund und habe sicher 20 Jahre Therapien hinter mir). Erst heute weiß ich, wovon das kam.
Es waren zu viele unnötige, überflüssige, blöde Fragen. Zu viele Anfeindungen auf einmal. Irgendwann geht selbst die stärkste Frau in die Knie.
Ich tu das jedoch erst dann, wenn ich meinen Mann verteidigt habe bis zumindest halbwegs Ruhe eingekehrt ist.
Nein, so ein Tief bewegt mich nicht dazu aufzugeben. Es sorgt nur dafür, dass meine Seele wieder Ruhe findet, die ich sonst nirgendwo finden kann.
Mein Alarmzeichen war diesmal der Blick auf meine Schmerzmittel und der Gedanke: Es wäre so einfach………
Und statt gegen dieses Tief anzugehen, lasse ich es zu. Ich habe in den Therapien gelernt, dass es dann schneller vorbei geht. Ja, ich könnte zusätzliche Beruhigungsmittel nehmen. Ich habe welche da für den Notfall. Aber ich will das nicht. Ich habe sie seit nun eineinhalb Jahren nicht mehr gebraucht. Darauf bin ich stolz.
Langsam beruhigt sich meine Seele wieder. Ich bin wieder in der Lage zu denken.
Mein Mann wird immer noch angefeindet von dieser Person, diesem Mann, weil der nicht genug Eier hat sich den Fragen meines Mannes zu stellen. Er ist ein Feigling, dieser Typ, der versucht meinen Mann öffentlich bloß zu stellen. Und ich kann so gar nichts tun, weil er mich blockiert hat.

 

Ich sagte ja, das Leben als Partner ist nicht immer leicht. Aber für mich wird es das in ein paar Tagen wieder sein.

„Du bist ein wahrer Mann“

Da lese ich an der Facebookchronik meines Mannes folgenden Satz:
„sascha ich hebe den hut vor dir ab du stehst zu dir und das ist gut so du bist ein wahrer mann alle achtung“

Die Verfasserin dieser Nachricht hat eine Weile mit Sascha über „grenzenlose Welt“ diskutiert. Sie meinte, es wäre nicht möglich. Soweit, so gut. Jedoch war Sascha dann in er Notwendigkeit erklären zu müssen: “ Als ich noch als Mädchen lebte wurde ich sexuell belästigt und das mehr wie einmal“ Nein, er wurde nicht entjungfert. Aber begrabscht und ähnliches. Er war gezwungen zu erklären, dass er als Mädchen geboren wurde.

 

Und dann dieser Satz: „Du bist ein wahrer Mann“
Was bitte sollte ein Mensch mit Haaren am ganzen Körper, mit Bart und Halbglatze sonst sein?
War er das nicht, bevor er schreib, dass er Transident ist?
Was zur Hölle sollen solche Sätze?
Glaubt ihr sogenannten „normalen“ nicht, dass unsere Partner selber wissen, ob sie Mann oder Frau sind?

Und dann bin ich da. Ich, das im Hintergrund lebende Etwas… Ich sehe was die Leute meinem Mann schreiben. Ich kann nur den Kopf schütteln.
Und immer wieder die Frage im Kopf: WAS SOLL DER SCHEISS?

Ich sagte Sascha schon vor Jahren, als ich ihn kennen lernte, dass er mehr Mann ist, als viele Kerle die ich kenne. Er hatte schon immer mehr Eier. Selbst als er noch Brüste hatte, war er DER Mann für mich. Das hat sich nach der OP auch nicht geändert.
Er hat sich für mich geprügelt, um mich zu beschützen. Er verteidigt mich und unterstützt mich. Er nimmt sich Zeit für mich. Er beweist mir tagtäglich was Liebe bedeutet..
Und dann kommt einmal mehr SO ein Satz…

Leute, wir wissen, dass unsere Partner Mann oder Frau ist. Und wir wissen das lange vor euch. Und was das wichtigste ist: SIE wissen das. Es braucht keinen Menschen, der einem sagt: du bist ein Mann oder eine Frau.
Das Geschlecht unserer Partner steht schon lange fest. Dass sie es vielleicht nicht immer leben konnten, steht auf einem anderen Blatt.
Jetzt tun sie es und es ist gut so.

Ich bin wütend………..

Heute und vor ein paar Tagen war es wieder soweit. Ich werde angefeindet. Nein, nicht einmal ich persönlich. Meine Tochter wird belästigt und ihre Freunde.

 

Ich möchte schreien, toben, ausflippen und doch bleib ich ruhig. Dieser Mann, der das tut schreibt davon dass er aufrichtig bedauert, dass ich die Mutter meiner Tochter bin und dass die Leute froh sein können mit der Transenbrut nichts zu tun zu haben.

 

Der Irrsinn an dieser Sache ist jedoch, dass er nicht den Mut hat, uns selbst damit anzuschreiben. Er ist nicht reif und erwachsen genug, Klartext mit mir oder meinem Mann zu schreiben. Er geht an junge Erwachsene. Welche, die mit uns sogar nichts zu tun haben.

 

Ich sitze hier und bin einmal mehr machtlos. Meine Tochter redet mit mir, hat mir den Screen geschickt. Tun kann ich nichts, außer ihr zu raten, diesen Menschen auf Facebook zu blockieren. Es zerreißt mich, dass sie in seinen Hass hinein gezogen wird. Sie und ihre Freunde.

 

Was macht mich zu einer Mutter, deren Tochter man bedauern muss?
Vielleicht die unbedingte Liebe für meine Kinder? Die Tatsache dass ich alle zu reifen toleranten Menschen erzogen habe? Dass ich ihnen zeigte, dass es Regeln und Konsequenzen gibt? Vielleicht die Tatsache, dass ich immer und uneingeschränkt nach meinen Möglichkeiten für sie da bin? Eventuell liegt es auch daran, dass ich ihnen immer helfe wie es mir möglich ist? Dass ich ihnen immer zur Seite stehen und immer für sie erreichbar bin, obwohl sie bereits erwachsen sind?
Geht es vielleicht darum, dass mein Mann mehr Vater für meine Kinder ist, als es ihre Erzeuger je waren? Dass er sich ein Bein für sie ausreißen würde, wenn es ihnen dadurch gut gehen würde? Geht es darum, dass er stundenlang läuft nur um ein Papier abzuholen, dass meine Tochter so dringend gebraucht hat? Geht es darum, dass meine Tochter einmal sagte: „Wenn ich einen Papa irgendwann gewollt hätte, müsste er sein wie du“
Ist es die Tatsache, dass er meine Kinder ebenso bedingungslos liebt wie ich?

 

Nein, dieser Mann sagt es ganz genau: „diese Transenbrut“.

Hier geht es nicht um Erziehungsfehler. Nein, nur und ausschliesslich um die Tatsache, dass mein Mann ein Transgender ist.

 

Dieser Mann hat mich und meinen Mann blockiert auf FB und ist für uns nicht erreichbar. Und dennoch, tut er Dinge, die mir in der Seele weh tun.

 

Das passiert mir oft. Ich werde über fünf Ecken verletzt. Nur dies hier ist neu. Meine Kinder werden in etwas hinein gezogen, wofür sie so gar nichts können. Nur weil sie ebenso tolerant sind wie ich.
Immer wieder treten Menschen in mein Leben, die ich gerne schütteln würde, für ihre Engstirnigkeit, ihren Hass auf alles Fremde.
Und trotzdem bleibe ich ruhig.

 

Diese Kriege führe ich oft im inneren und keiner bemerkt es. Der Hass, die Intoleranz schlägt Wellen, weil Menschen engstirnig sind und ihren Standpunkt, wie sie es nennen, vertreten. Jedoch ist diese Welt voller Schwulen, Lesben, Transgender und vielem mehr. Unsere Welt ist bunt und das macht sie so einzigartig und wertvoll.

Hilfe… versteht uns Angehörige

Da denken diese Transgender nun, sie haben sich zu ihrem wahren Ich bekannt und wir sollten das einfach so hinnehmen.
Für mich ist das auch einfach. Für andere weniger. Klar, sollten die Transgender erst einmal an sich und ihren Weg denken, wie sie es nennen.

 

Aber wer denkt an uns Angehörige?
Von uns wird erwartet, dass wir verstehen, akzeptieren und hinnehmen. Dabei verstehen die meisten im ersten Moment einfach so gar nichts. Wieso sollte die Frau die man liebt, ein Mann sein wollen? Man selbst ist doch gar nicht schwul…
Wieso sollte der Mann den man liebt, eine Frau sein wollen? Ist man selbst nun lesbisch?
Wieso hat man nicht gemerkt, wie kreuzunglücklich das eigene Kind ist?
War man so blind? Und vor allem, wieso vertraute uns unser Kind nicht, es uns direkt zu sagen? Was haben die Eltern nur falsch gemacht?
Warum ist die beste Freundin auf einmal ein Kerl?

 

Den Angehörigen fallen Situationen ein, die eventuell mit dem selben oder anderen Geschlecht anrüchig gewesen wären.
Man hat mit der besten Freundin in einem Bett geschlafen. Was dachte sie als sie neben einem lag? War sie da schon ein Mann? Was wollte sie da von mir?
Man hat dem besten Kumpel Dinge anvertraut, die man nie einer Frau sagen würde. War er da schon eine Frau? Was hat er dabei gedacht? Wie wird er dieses Wissen nutzen

 

Aber die entscheidenste Frage, die wir Angehörigen uns stellen ist doch wohl eher:
Kann ich der Person gegenüber noch VERTRAUEN?
Immerhin hat sie uns jahrelang etwas vorgemacht. Sie hat uns belogen und hintergangen. Sie hat UNS nicht genug vertraut, um uns klar zu sagen, was Sache ist.

 

Und damit fahren unsere Emotionen Achterbahn. Ein hin und her der Gedanken und Gefühle. Oder einfach gähnende Leere. Man fühlt sich in dem Moment wie vor den Kopf gestoßen. Manche sind zu nichts mehr in der Lage, in der ersten Zeit.
Und es werden Erwartungen gerade in dieser Zeit, wo wir selbst nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen, an uns gestellt.
Versteh doch…

 

 

Liebe Transgender
Wir WOLLEN verstehen, wir WOLLEN akzeptieren. Zumindest viele von uns. Aber wenn wir erfahren, dass unser, unter Umständen komplettes, Leben auf einer Lüge aufgebaut ist, brauchen auch wir Zeit.
Zeit zu erkennen, dass ihr deshalb kein Lügner seid. Zeit zu verstehen, dass ihr uns LIEBT, egal ob als Frau oder Mann. Zeit zu akzeptieren, dass sich nun einfach ALLES verändern wird.

 

Wir brauchen Zeit uns zu informieren, was ihr uns nach eurem Bekenntnis sicher gesagt habt. Wir waren nur nicht in der Lage, es zu hören.
Nach dem ersten Satz sind wir nämlich in ein Loch gefallen.

 

Lasst uns ZEIT, VERSTEHT, dass es für uns nicht einfach so einfach ist. Wir müssen uns, unsere Gedanken und Gefühle auch sortieren. Wir müssen verstehen. Das geht nicht in fünf Minuten, bei den meisten dauert das lange. Bei einigen wird das nie der Fall sein.

 

 

Stellt euch vor, ihr habt mit dieser Verkleidung 10, 20, vielleicht sogar 40 Jahre gelebt. Wir können das nicht einfach wegstecken und so tun als wäre nichts gewesen. Denn für diese Zeit fühlen wir uns belogen, betrogen und hintergangen.

 

Habt Verständnis für uns. Akzeptiert, dass wir begreifen müssen, dass eben nicht alles gelogen war. Das dauert ein wenig.

 

Meistens liegt unsere Enttäuschung nicht einmal darin, dass ihr Transgender seid, sondern in der Tatsache, dass wir dachten ihr würdet uns vertrauen und mit uns über alles reden. Wir sind enttäuscht, dass wir euch wohl doch nicht wirklich kannten.

 

Sehr viele werden diese Enttäuschung, das mangelnde Vertrauen der letzten Jahre in unsere Person, nicht verkraften und euch verlassen. Das passiert und daran hat keiner Schuld. Das sind diese Menschen, die es einfach nicht verkraften ihr Leben auf einer Lüge aufgebaut zu haben.
(Ich höre euch aufschreien, dass ihr nie gelogen habt. Für jene Menschen ist das jedoch anders. Sie sehen es als Lüge.)

 

Manche von denen werden nach einer gewissen Zeit zurück kommen und verstehen. Dann brauchten sie eben nur die Ruhe, um die ich oben schon gebeten hatte.

 

Und wenn wir direkt bleiben, beantwortet unsere Fragen. Egal wie schlimm und furchtbar sie sein mögen. Wenn wir nach dem warum fragen, sagt nicht, es war schon immer so. Erklärt es uns.
Wenn wir fragen ob du nun schwul oder lesbisch bist, nimm es uns nicht böse. Wir suchen Antworten die unser Kopf nicht sofort bereit hält. Habe Geduld mit uns.
Wenn wir fragen, warum ihr uns belogen habt. Sagt nicht, dass ihr es nicht habt. Denn für die Angehörigen fühlt es sich so an. Erklärt uns ruhig, dass ihr erst jetzt den Mut gefunden habt, euch zu bekennen.

 

Wir werden viel falsch machen in der ersten Zeit. Verzeiht es uns. Wir werden euch am Anfang, aus reiner Gewohnheit mit dem früheren Namen ansprechen. Das ist nicht böse gemeint. Auch wir müssen uns umgewöhnen. Das wird nicht ewig so gehen. Wir wissen, dass es euch verletzt, aber wir tun das nicht mit Absicht.

 

Wenn wir jedoch verstehen, akzeptiert und begriffen haben, werden wir mit euch gerne einkaufen gehen, Männerklamotten, Frauenschminkzeug, usw. Wir werden uns für eure neue (für uns ist sie neu) Geschlechterrolle interessieren und euch unterstützen.

 

Bitte, habt einfach Geduld mit uns. Auch wir brauchen das!